Musik für ein VolkstanzfestKeine Angst, ich verrate den Veranstalter dieses Festes nicht.
Aber es hätte jeder sein können, damals, in meiner Musizieren auf einem Tanzfest ist auch harte Arbeit, obwohl es sehr viel Freude machen kann, wenn die Anerkennung nicht fehlt. Derart gedankenlos nützt heute wohl kein Tanzleiter seine Spielleute aus, ich habe allerdings auch selbst noch so einiges Ähnliches erlebt, darum glaube ich Vater diese Geschichte aufs Wort. Wöchentliche Fahrt zum VolkstanzMein Vater besaß als Baumeister und Großfamilien-Oberhaupt keinen PKW. Jeden Samstag, wenn in der Fuhrmannsgasse Volkstanz war, legte Vater alte Matratzen auf die Pritsche seines kleinen, dreirädrigen Baustellen-LKW und lud ihn mit uns jungem Volk voll. In den Jahren 1954 bis 1964 fuhr er regelmäßig zu seinem Freund Hans Priegl musizieren, bis zu 20 begeisterte Tänzer aus Klosterneuburg stopfte er in diesen LKW unter die Plane, später auch in seinen Kombi-Neunsitzer. Eine derartige Überbelegung von dermaßen kleinen Autos war natürlich auch damals streng verboten, ein Polizist hätte ihn nicht erwischen dürfen, hat ihn auch nie erwischt. Aber wir waren es zufrieden, sparten uns so das Geld für Autobus und Straßenbahn und waren noch schneller, meist sogar pünktlich beim geliebten Tanz. Nach dem Tanz gingen wir häufig in ein nahegelegenes Gasthaus in der Florianigasse, und dort wurde es spät. Da fuhren die meisten dann doch lieber mit den Öffis nach Hause. Aus dieser Zeit stammt ein heiteres Gedicht, verfasst von meinem Vater für die Hochzeit meiner Cousine Dorit. Ein mehrere Seiten langes Gedicht, wie mein Vater etliche geschrieben hat für diverse Familienfeste. Ein Absatz dieses Werkes beschreibt die Fahrt zum Volkstanz: Doch auch zu andern schönen Reisen
ließ ich mich mit dem Wagen weisen.
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