Lieder im Alpenland

aus der Überlieferung der Familie Fuchs

Inhaltsverzeichnis der Lieder:

Wie unsere Überlieferung begann

Was Vater gesungen hat

hier veröffentlichte Volkslieder

Hier veröffentlichte Advent- Weihnachts- und geistliche Lieder

weitere Lieder über den Maurerberuf

hier veröffentlichte andere Lieder

hier veröffentlichte Flugblätter

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Wie unsere Überlieferung begann

Franz Fuchs sen., der Stammvater der Familie, geb. am 19. 8. 1907, gest. am 27. 11. 1994, stammt aus einer Zeit, in der viel mehr gesungen wurde als heute. Es gab keinen Fernseher, in seiner Jugend auch kein Radio, niemand nahm den Menschen das Singen und Musizieren ab. Sie mussten selbst singen, um sich zu unterhalten. Auch wir sangen regelmäßig, bei der Arbeit, in der Familie, in verschiedensten Vereinen, untertags, am Abend. Singen war eine Selbstverständlichkeit.

Vater trug gern und oft seine Lieder vor, bei jeder möglichen Gelegenheit. Bei der Arbeit, bei Feiern, im Gasthaus, immer wieder bei Baukommissionen, bei langen Autofahrten, in diversen Vereinen. Überall sang er, auch mit Gitarrebegleitung, wenn ein Instrument vorhanden war. Für ihn waren es hauptsächlich Volkslieder.

Mein Musikkollege Helmut Reichart erzählt: mein Vater sollte als Bausachverständiger für seinen Vater ein Gutachten schreiben. Vater Fuchs kam hin, setzte sich in die gute Stube und begann mit Vater Reichart gemeinsam zu singen, den ganzen Nachmittag und Abend bis spät in die Nacht sangen die beiden nur mehr. Das Gutachten blieb an diesem Tag ungeschrieben.

Auch wir sangen in den diversen Volkstanzgruppen und Jugendgruppen, oft nach Noten, Volkslieder im Chorsatz. Ich kann mich an einen Ausspruch Vaters erinnern: "Ihr singt so viele Volkslieder im Chor. Wunderschön. Die kenne ich alle nicht. Die wirklich alten Volkslieder hab ich von euch noch nicht gehört." Auf meine Frage, welche Lieder er denn meinte, kam als Antwort: "Etwa 'das Heidenröschen' oder 'am Brunnen vor dem Tore'." Das sind natürlich nach meinem heutigen Wissen keine Volkslieder, aber unter anderem aus diesem Ausspruch habe ich gelernt, tolerant und nicht puritanisch zu sein.

Was Vater gesungen hat

Vater sang aber schon sehr viele Lieder, die auch von mir heute noch als Volkslieder eingeordnet werden, etwa das seiner Meinung nach oberösterreichische "Schau, schau, wia's regna tuat". Er beherrschte vor allem etliche Lieder, die ich bis heute von Anderen noch kaum oder gar nicht gehört habe, oder die bei ihm immer noch andere und mehr Strophen hatten als in den bekannten Aufzeichnungen. Etwa habe ich die Granatentanz, dieses prahlerische, aber eigentlich traurige Gaunerlied aus Wien mit den heute fast unverständlichen Ausdrücken aus der Gaunersprache, noch nie mit so vielen Strophen gehört wie bei Vater. Auch die einzelnen Teillieder der "Musikantendiena" kenne ich von Vater, in dieser Zusammensetzung habe ich sie dann aber von Trude Maly gelernt. Die "Glasscherbntanz" sang er selten, ich kann mich nur an zwei Strophen von ihm erinnern. Dafür sang er "Das Teure Erbsien", ein Klagelied über das Gefängnisleben, zwar ebenfalls selten, aber mit allen Strophen. Und das leicht kritische Soldatenlied "Es hat sich ein Trömmelein gerühret" lernte er selbst im Gefängnis. Das alpenländische "Fischerl im Grund" lernte er nach dem Krieg in Oberösterreich.

Allerdings sangen auch etliche seiner Freunde. Ich weiß heute oft nicht mehr, von wem ich in meiner Jugend welches Lied gelernt habe, so auch beim hier angeführte Lied vom Stiefelknecht, beim Couplet vom verliebten Obst, beim lustigen Kohlnbauernbua, beim Gaunerlied (So a Gauner hat a Lebm), beim Lied von der enttäuschten Hoffnung da drunt im Stoanagrabm  oder beim Ehestandslied "Wann i amal heirat". Auch die Ballade vom Bedlmandl hatte ich schon von anderen Leuten gelernt, bevor mir Vater seine Version vorsang und sogar begründete, warum diese Version die "richtige" sei. Das deftige Lied "I bin da Bauer", eine Version der vielen, weitverbreiteten "sagt a"-Gstanzln, sang mir der pensionierte Friseurmeister Walter Toman beim Heurigen vor, und das immer aktuelle "I aber net" hab ich von Irmi Reichart gehört. "Wenn des Frühlings Zauberfinger" stammt möglicherweise aus dem Sudetenland, gelernt habe ich es von Martin Martinek.

Zu meinen liebsten Erinnerungen gehören die vielen Lieder, die wir als Kinder mit Vater sangen. Etwa reichte das Rätsellied von der Kuh (Was ist das?) bei langen Autofahrten immer für viele Kilometer. Und heute wieder fordern alle Kinder, die mich kennen, dieses Lied von mir, immer wieder, mit möglichst vielen Strophen, wenn sie mich nur von weitem sehen. Das Lied von der bösen Fliege "Um halber Viere" habe ich nicht nur selbst als Kind gesungen, sondern später auch von meinen eigenen Kinder gehört, so wie das Lied vom Bibihenderl. Und das Singspiel "Rühre Brei" gehört zu meinen ersten Erinnerungen überhaupt, genauso das Lied vom Frauenkäferl. Dafür war das bömakelnde Lied "Ja sem de tschesski Wenzulek" eines der ersten Lieder, die Vater selbst als Kind sang. Auch die "Große Frau" haben wir als Kinder gern gesungen, "drunt in da grean Au", "Was is heut für'n Tag", "Gehst mit mit mir", den "Krähwinkler Landsturm" und den Turlhofer sowieso.

Ein anderes meiner Kinderlieder ist die Parodie zum bekannten Lied "Hinaus in die Ferne": Vater nahm immer zu dieser Wanderung für "siebzehn Kreuzer Speck" als Reiseverpflegung mit. Dies ist eines der ganz seltenen Lieder Vaters mit nur einer kurzen Strophe. Das gilt aber genauso für "Blaue Luft, Blunznduft, Leberwurst mit Kraut".

Ich forschte einmal im Volksliedwerk nach Liedern aus Klosterneuburg. Eines war dort archiviert, ein Weihnachtslied. Sonst nichts. Also begann ich, die Lieder meines Vaters aufzuschreiben. Ich schreibe noch immer daran, es sind doch eine ganze Menge, an die ich mich erinnern kann oder von denen ich sogar die Stimme Vaters auf Tonband habe. Einige dieser Aufzeichnungen können Sie hier aufrufen, etwa sein Lieblingslied, eine romantische Liebesballade, das genauso romantische Lied vom Mühljung, der sich in seine Meisterin verliebt, die in ganz Österreich bekannte Ballade von der Brombeerbrockerin (Es wollt ein Madl fruah aufstehn) oder das skurrile Lied über die Weiber, bei dem er immer vorher die 'werten Damen' in der Runde bat, doch wegzuhören, sie seien sicher alle mit diesem Lied nicht gemeint - und das trotzdem von vielen Frauen ausdrücklich gewünscht wurde, genauso das heiter-skurrile Ehestandslied "A so a Weiberl is a Freud", das Couplet von der "wahren Liebe", von den lebensuntüchtigen "Hausherrnsöhnln", von der Zufriedenheit, die "Wirtshausgstanzln" mit vielen Strophen, die "echten gsunden Weanerleut"  oder eines der vielen wienerischen Schimpferlieder, etwa die "Blumensprachenpoesie" oder das köstliche "so redn d Leut in Wean". Dass Vater in Ottakring geboren wurde und seine Familie auch später noch dort wohnte, merkt man deutlich auch an seiner Liedauswahl, an den vielen Wiener Liedern, die er gerne sang, etwa am trotzigen "Wiar i von Wean auffageh", am prahlerischen "Drunt im Liachtental" oder am uralten Lied über den Kongoneger, der es angeblich so gut haben sollte, am Scherzlied "nach'n Umgang is's a Freud" oder am Altwiener Couplet "Wer a Geld hat", zu dem ich nach dem Vorbild meines Vaters neue Strophen gemacht habe. Auch das köstlich-skurrile Lied vom kleinen Schneider und das genauso skurrile zweite "Mei Schatz is a Schneider" habe ich von Vater gehört. 

Zum "Wann i amal stirb"  sagte Vater öfters: "Auf der ganzen Welt sterben immer wieder Leute, aber nur in Wien sterben sie schon in der ersten Strophe."

Das Couplet von den "zwei von der Pietät"  stammt aus dem Liederbuch meiner Großtante Karoline Czerny, die dazugehörige Aufführung hab ich bei der OÖ Volksmusikwoche erlebt. Das erotische Mülliamperl  hat mir Vater erst vorgesungen, als ich ihm den Text in der Handschrift meiner Großtante Karoline Czerny gezeigt habe. Das ebenfalls erotisch gemeinte "s' Amperl"  habe ich vor Jahren beim Heurigen gehört.

Das Fensterllied "Deandle mach auf" würde man eher in die Alpentäler einordnen. Vater hat es von Großvater Fuchs gelernt, ich habe es mit verschiedenen Strophen von beiden gehört. Und auch das Lied vom "besoffenen Soldat" Und wann i mei Häuserl verkauf  ist alpenländisch geprägt.

Vom Wildschützenlied "An einem Sonntagmorgen"  sagte Vater: "das kann ich schon unendlich lang." Ich habe es hier eingeordnet, um auf das "erste europäische Wilderermuseum" in St. Pankraz am Pyhrn hinzuweisen. Es ist einen Besuch wert.

Zum Karfreitag 2001 fügte ich Vaters Version eines weiteren allgemein bekannten wienerischen Liedes ein, den "Kreuzweg". Dazu rege ich an, die äußerst empfehlenswerten Passionsspiele in Kirchschlag zu besuchen, die 2015 und alle 5 Jahre vom Mai bis zum Oktober aufgeführt werden.

Weitere Lieder, und zwar über den Maurerberuf, veröffentlicht zuerst auf der Seite meines Baubetriebes, sind nun ebenfalls hier zu finden.

Und auf vielseitigen Wunsch füge ich nun auch Advent- und Weihnachtslieder sowie einige geistliche Lieder ein.

Weihnachts- und Adventlieder Veröffentlicht Maurerlieder diverse Lieder Flugblätter

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